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Obstbauern vom Bodensee erwarten eine hervorragende Apfelernte mit Spitzenqualität

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Obstbauern feiern Start der Apfelsaison am Obsthof Steffelin in Ittendorf

Ittendorf (Markdorf), 28.08.2025 – Die Obstbauern vom Bodensee erwarten 2025 rund 227.000 Tonnen Äpfel – etwas weniger als im Vorjahr, aber mehr als 2023. Die Qualität ist sehr gut: ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis und gute Festigkeit.

Am 28.08.2025 wird die Apfelsaison offiziell am Obsthof Steffelin eröffnet – mit einem positiven Blick in die Zukunft.

„Als zweitgrößtes Obstanbaugebiet Deutschlands bleibt die Bodenseeregion bedeutend für die heimische Erzeugung“, betont Erich Röhrenbach, Vorsitzender der Obstregion Bodensee e.V. Während andere Regionen 2024 durch Spätfröste beeinträchtigt waren, konnte der Bodenseeraum eine überdurchschnittliche Ernte einfahren und stellte rund 45 % der deutschen Apfelproduktion.

Röhrenbach beschreibt ein mildes Frühjahr mit ausreichenden Niederschlägen. Kritisch wurde es im Sommer, doch Regen Ende Juli sorgte für Entspannung. Auch Birnen konnten gut wachsen.

Neben positiven Marktaussichten verweist er auf Herausforderungen wie die geplante Mindestlohnerhöhung. Besonders im arbeitsintensiven Obstbau führt dies zu enormen Kosten. Schutzsysteme, Bewässerung und Projekte wie FAIRDI seien essenziell für Zukunftssicherheit, Biodiversität und Familienbetriebe.

FAIRDI steht für weniger Pflanzenschutz, mehr Biodiversität und höhere Gewinnbeteiligung für Erzeuger – „Fair zur Umwelt, fair für die Gesellschaft und fair zum Erzeuger“.

Der Vorsitzende appelliert an junge Erwachsene, regionale Früchte statt Überseeprodukte zu wählen – für kurze Transportwege und regionale Biodiversität.

Neue Geschäftsführerin stellt sich vor
Anja Renz, neue Geschäftsführerin der Obstregion Bodensee e.V., war bereits 2019 als Interimsgeschäftsführerin während des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ aktiv. Als Juristin und im Nebenerwerbsbetrieb ihres Mannes bringt sie sowohl fachliche Kompetenz als auch Leidenschaft für die Interessen der Obstbaubetriebe mit.

Grußwort der Politik
Sabine Kurtz, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, betont die Bedeutung des Bodensee-Obstbaus für die Eigenversorgung – jeder vierte Apfel in Deutschland stammt von dort. Sie lobt die Qualität der Region und Projekte wie FAIRDI, das vom Ministerium gefördert wird. Förderprogramme für den Obst- und Gemüsesektor bieten Erzeugerorganisationen zusätzlichen Handlungsspielraum.

Staatssekretärin Kurtz hebt die gesellschaftliche Relevanz des Obstbaus hervor: für Ernährungssicherheit, Wirtschaft und Landschaftspflege. Außerdem betont sie die Rolle des Kompetenzzentrums Obstbau-Bodensee (KOB) als Zentrum für Forschung, Bildung und Innovation.

Forschung für zukunftsfähigen Anbau
Dr. Ulrich Mayr, stellvertretender Geschäftsführer des KOB, sieht große Chancen in neuen, schorfresistenten Apfelsorten. Diese entsprechen den Marktanforderungen, ermöglichen weniger Pflanzenschutz und senken Kosten – ein Wunsch vieler Verbraucher.

Markt und Prognose
Jürgen Nüssle, Geschäftsführer der Württembergischen Obstgenossenschaft Raiffeisen eG (WOG), erwartet 227.000 Tonnen Äpfel – weniger als 2024, aber mehr als 2023. Die EU-Apfelproduktion bleibt nahezu stabil, ist aber im Dreijahresvergleich rückläufig.

Deutschland produziert 14,68 % mehr Äpfel als im Vorjahr. Die größten Anbauregionen sind Niederelbe (319.000 t) und der Bodensee (227.000 t), die zusammen 60 % der deutschen Produktion stellen. Hauptsorten: Elstar, Jonagold, Braeburn, Gala – Elstar bleibt mit 202.000 t führend.

Nüssle wünscht sich mehr Wertschätzung für regional erzeugtes Obst. Steigende Kosten bei stagnierenden Preisen gefährden die Wirtschaftlichkeit: „Wir brauchen politische Unterstützung.“

Über die Obstregion Bodensee e.V.
Die Obstregion Bodensee e.V. vertritt rund 1.000 Betriebe mit ca. 9.000 ha Anbaufläche, davon 6.500 ha Apfel. Das Gebiet erstreckt sich über Konstanz, Bodenseekreis, Ravensburg und Lindau. Die Vermarktung erfolgt unter der bekannten Marke „OBST VOM BODENSEE“.

 

Alle Fotos zum Download: https://we.tl/t-9Eeb3DHWZI

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